19. May 2010
Ein Bericht der Mitteldeutschen Zeitung, vom 25.01.2010
Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Klostermansfeld können auf ein an Ereignissen reiches Jahr zurück blicken. So jedenfalls die Bilanz im Bericht von Wehrleiter Frank Ochsner während der Jahreshauptversammlung.
Das Einsatzjahr 2009 hatte für sie mit einem Brand am 1. Januar um 8 Uhr begonnen und war mit einem Einsatz zur Beseitigung von abgebrochenen Ästen auf der B 242 um 18.30 Uhr am Silvestertag zu Ende gegangen. Dazwischen liegt eine Vielfalt von Alarmierungen, bei denen sich die hohe Einsatzbereitschaft und auch der Einsatzwille ihrer Mitglieder ständig aufs neue bewährt haben. Auch die Einsatzübung der Kreis-Feuerwehr-Bereitschaft im Oktober hat den hohen Ausbildungsstand dokumentiert, als es darum ging, einen simulierten Gefahrenstoffaustritt zu bekämpfen.
Während der insgesamt 44 Einsätze, 21 Hilfeleistungen, 12 Brandbekämpfungen, 5 Einsätzen der Wärmebildkamera, einer Tierrettung und 4 Fehl-Alarmen hat die durchschnittliche Einsatzzeit zwei Stunden betragen. Hinzu kommen die vielen Stunden der Einsatzvor- und nachbereitung sowie regelmäßige Aus- und Weiterbildung. Deshalb galt Ochsners Dank den Familien für ihr Verständnis und die Unterstützung der Arbeit der Feuerwehrleute.
Ganz besonders in Erinnerung aber ist den Beteiligten der 9. August geblieben. Die Wehr war zur Bekämpfung eines Feldbrandes nahe Volkstedt alarmiert worden. Wie die MZ berichtete, hatte während der Löscharbeiten das Tanklöschfahrzeug plötzlich selbst Feuer gefangen und konnte trotz aller Bemühungen auch mit Unterstützung der TLF-Besatzung der Eisleber Wehr nicht mehr gerettet werden. Es brannte völlig aus.
So stand also die Frage, wie es nun weiter gehen soll. “Dabei haben wir große Unterstützung von der Verwaltungsgemeinschaft Gerbstedt und Kreisbrandmeister Steffen Hohmann erfahren”, sagte Ochsner. Vor allem aber Bürgermeister Uwe Tempelhof habe sich stark gemacht. Bereits fünf Wochen später hatte der Gemeinderat den Beschluss zur Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges gefasst. “Die Gemeinde Klostermansfeld will dieses Fahrzeug noch in diesem Jahr anschaffen, obwohl es rechtlich seit dem 1. Januar Angelegenheit der Verbandsgemeinde ist. Das ist ein großer Vertrauensbeweis der Gemeinde gegenüber ihrer Wehr”, so Ochsner.
Da auch die gesamte Ausrüstung verbrannte, wurden Politiker und Behörden um Hilfe gebeten, geholfen haben dann aber der Landkreis und die Sparkasse. “Für jeden Euro, den der Förderverein an Spenden sammelt, erhalten wir je einen Euro von der Sparkasse und dem Landkreis dazu”, so der Wehrleiter. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte könne das neue Löschfahrzeug erwartet werden.
Seit Jahresbeginn ist im Zuge der Gemeindereform nicht mehr Klostermansfeld, sondern Verbandsgemeinde-Bürgermeister Bernd Skrypek neuer Dienstherr der Feuerwehr. Er sicherte zu, es genau so halten zu wollen, wie das in der vergangenen Zeit geschehen ist. Die Wehr solle in jeder Beziehung unterstützt und finanziell so ausgestattet werden, wie das den Vorstellungen entspricht. “Wir sehen keine Notwendigkeit, dass irgendeine Wehr in irgend einer Form verändert werden muss”, betonte Skrypek. Er konnte eine angenehme Pflicht als neuer Dienstherr übernehmen. Er nahm Auszeichnungen und Beförderungen vor.
Von ihrem bisherigen Dienstherren, Uwe Tempelhof, verabschiedeten sich die Mitglieder der Wehr mit einer großen Ehrenurkunde und einem verchromten Feuerwehrhelm mit Gemeindewappen und der Aufschrift: Bürgermeister Uwe Tempelhof. “Und da wir wissen, dass Uwe nun auch noch den Jagdschein macht, gibt es noch einen Jägerhut und eine Flasche Fläminger Jagd dazu”, so Ochsner; dazu stehende Ovationen der 48 Wehrmitglieder.